Girokonto und Tagesgeldkonto - die Unterschiede
Häufig wird bei einem Tagesgeldkonto der Vorteil unterstrichen, dass der Kontoinhaber jederzeit über das Guthaben auf dem Konto verfügen kann. Allerdings bezieht sich diese Aussage nicht über auf die tatsächliche Verfügbarkeit des Geldes. Normalerweise kann der Kontoinhaber nur auf das Guthaben zugreifen, indem er zuvor eine entsprechende Überweisung auf ein Referenzkonto getätigt hat. In den meisten Fällen wird als Referenzkonto das Girokonto genutzt. Eine solche Überweisung dauert in der Regel ein bis drei Tage, bis das Guthaben auf dem Girokonto gutgeschrieben ist. Erst dann kann das Guthaben durch Überweisung oder Barabhebung genutzt werden. Einzelne Banken bieten ihren Kunden auch Tagesgeldkonten an, zu denen auch eine Bankkarte gehört. Wie bei einem Girokonto kann man über das Guthaben per Abhebung am Geldautomaten verfügen. Allerdings kann mit einer Bankkarte, die zu einem Tagesgeldkonto gehört, nicht im alltäglichen Geschäftsverkehr bargeldlos bezahlt werden. Einen Einkauf im Supermarkt kann damit also nicht bezahlt werden, im Gegensatz zu einer Bankkarte, die zu einem Girokonto gehört.
Das gesamtes Guthaben auf einem Tagesgeldkonto zu haben, um höhere Zinserträge zu bekommen, kann sich sehr wahrscheinlich zum Nachteil für den Kontoinhaber gereichen. Steht eine überraschende größere Anschaffung an, wie zum Beispiel eine neue Waschmaschine, kann es vorkommen, dass kurzfristig finanzielle Engpässe entstehen, da die Überweisung auf das Girokonto etwa zwischen ein und drei Tagen in Anspruch nimmt. Abhilfe kann man sich in solchen Situationen nur mit der Zahlung per Kreditkarte oder kurzfristigem Überziehen des Girokontos schaffen. Die Nutzung des Dispositionskredits eines Girokontos lässt allerdings neue Kosten entstehen. Daher ist zwar eine höhere Rücklage auf dem Tagesgeldkonto anzuraten, aber man sollte immer darauf achten, dass man auch auf größere Geldbeträge schnell und ohne zusätzliche Kosten zu erzeugen, zurückgreifen kann.
Bei der Eröffnung des Tagesgeldkontos hat man wie auch beim Girokonto zwei Möglichkeiten: Man wendet sich entweder an eine der in Deutschland weitverbreiteten Filialbanken und Sparkassen oder man wendet sich online an eine Direktbank. Eine Direktbank ist eine Bank, die ausschließlich online fungiert. Hier ist persönliche Beratung nur über das Telefon möglich. Die meisten Banken bieten mittlerweile den Service an, die Antragsformulare online auszufüllen. Entscheidet man sich für diese Variante, muss man zusätzlich noch das PostIdent- Formular zur Sicherstellung der Wahrheit und Klarheit der persönlichen Angaben ausfüllen. entfällt Das Formular entfällt, wenn man das Konto bei einer Bank eröffnen möchte, bei der man bereits Kunde ist. Die Formulare werden gegen Vorlage eines gültigen Personalausweis von der Deutschen Post an die entsprechende Bank weitergeleitet.