Das Tagesgeldkonto - Nutzung und Entwicklung

In den 90er Jahren spielten Tagesgeld und Tagesgeldkonten keine sehr wichtige Rolle. Der Großteil der deutschen Bevölkerung hatte ein Sparbuch. Es war allerdings auch nicht attraktiv, als Privatkunde seine Ersparnisse von einem Sparbuch auf ein Tagesgeldkonto zu transferieren. Denn die Verzinsung auf einem Tagesgeldkonto war recht niedrig. Tagesgeldkonten wurden damals vor allem durch Firmenkunden genutzt. Grund hierfür war, dass tägliche das angelegte Geld zur Verfügung stand und nicht festangelegt war. Für Firmenkunden war die so gewonnene Flexibilität günstiger als der höhere Zinssatz bei Festgeldanlagen. Vor acht Jahren, also im Jahr 2000, sorgte der Börsencrash dafür, dass Privatkunden ihr Vertrauen in Aktien verloren. Um das eigene Geld wieder sicher angelegt zu wissen, griffen viele der Anleger auf das Sparbuch zurück. Allerdings waren die Zinserträge hier nur sehr mäßig.

Daraufhin warben die deutschen Banken sehr stark mit Fonds. Allerdings saß der Schock durch den Börsencrash bei den meisten Bankkunden zu tief. Oberste Priorität hatte von nun die Sicherheit der Geldanlage. Schließlich gründete die Banque D`Escompte Paris noch im gleichen Jahr eine neue Bank. Ihr Hauptsitz ist in Dublin, Irland. Ein Entwicklungsoffice befindet sich in Deutschland: am Frankfurt am Main. Somit war die erste Internetbank namens First-e geboren. Als einziges Produkt bot diese Bank das Tagesgeldkonto an und zwar mit einem bemerkenswert hohen Zinssatz von 6 Prozent p.a.. Die Abkürzung „p.a.“ steht für den lateinischen Ausdruck „per annum“, zu deutsch: pro Jahr. Allerdings musste bereits ein Jahr nach der Eröffnung First-e seinen Betrieb wieder einstellen.

Die Kunden erhielten ohne Minderung ihr Geld zurück, da die Banque D`Escompte Paris als Muttergesellschaft einsprang und darüber hinaus waren die Einlagen der Kunden durch die französische Einlagensicherung geschützt. Aufgrund des so gesehen erfolgreichen Sicherheitstest von Tagesgeld konnten verbuchte Deutschlands größte Direktbank seit dem Jahr 2000 große Erfolge. Seit Juli 2008 bietet auch das Bundesfinanzministerium der Bundesrepublik Deutschland über die bundeseigene Finanzagentur eine sogenannte Tagesanleihe an. Diese Tagesanleihe steht im direkten Wettbewerb zu den Tagesgeldangeboten der deutschen Sparkassen und Banken.